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 Juni 2024

Der 100-jährige Kalender

In den Jahren 1652 bis 1658 beobachtete Mauritius Knauer tagtäglich das Wetter. Keine astronomische, klimatische oder atmosphärische Erscheinung entging ihm. Irgendwann erkannte der Abt, dass er sein Wissen vielen Menschen zugänglich machen musste.

Knauer nannte seine Schrift "Galendarjum Oeconomicum Practicum Perpetuum". Er glaubte, dass sieben Beobachtungsjahre für eine dauerhafte Wettervorhersage ausreichten, da sich nach seinen astrometeorologischen Ansichten die Witterungsabläufe entsprechend der "Planetenfolge"  Saturn (2000/01), Jupiter (2001/02), Mars (2002/03) , Sonne (2003/04) , Venus (2004/05), Merkur (2005/06), Mond (2006/07), wiederholten. Bei Mauritius Knauers Niederschrift beginnt ein Jahr am  21. März und endet am 20. März des folgenden Jahres. 

Natürlich ist das Wetter nicht so leicht vorher zu sagen!

Macht man sich die kleine aber unterhaltsame Mühe den tatsächlichen Wetterverlauf mit der "immergültigen" Vorhersage des 100-jährigen Kalenders zu vergleichen, wird  man schnell den recht geringen Wahrheitsgehalt der Schrift erkennen.  

Vorhersage nach 100-jährigem Kalender für das Jahr 2024 

Das Jahr insgesamt
ist durch und durch mehr trocken als feucht und gemäßigt warm.

Der Frühling ist anfangs recht unterschiedlich und bringt viel Wechsel, ist aber gut in der Wärme. Der Mai, der schön und trocken sich gibt, bringt aber noch späten Frost.

Der Sommer ist ganz unterschiedlich und nicht immer wohl temperiert, denn neben großer Dürre kann es auch mal kleinen Reif geben. Im August ist es weiter hitzig, die Nächte Jedoch kühlen sehr ab und kann es zu heftigem Wetter kommen.

Der Herbst bringt angenehmes gleiches Wetter, schön und wenig Regen am Tag. Nächtens aber früher Reif.

Der Winter bringt keine große Kälte und nicht viel Schnee, erst das Ende des Februar und bis in den März kommt dann große Kälte.

Vorhersage nach 100-jährigem Kalender für den Juni 2024

1. bis 6. kalte Nächte. - 7. bis 10. wird es warm und mild. - 11. und 12. schaurig Regen mit Wind. - 13. bis 17. abermals kalte Nächte doch am Tage warm. - 18. bis 25. hitziges Wetter. - 26. bis Ende Sonne und Regen gemischt.

Sprüche zum Monat Juni

 
Schönes Wetter am Fortunat (1.)
ein gutes Jahr zu bedeuten hat.
 
Im Juni ein Gewitterschauer,
macht das Herz gar froh dem Bauer.
 
Im Juni bleibt man gerne stehn,
um nach Regen auszusehen.
 
Hat Madardus (8.) an Regen behagen,
wird er ihn auch in die Ernte tragen.
 
Hat Margret (10.) keinen Sonnenschein,
dann kommt das Heu nie Trocken rein.
 
Wenn´s regnet auf Gervasius (19.),
es vierzig Tage regnen muß.
 
Wenn die  Johanniswürmchen  schön leuchten und glänzen,
kommt´s Wetter zur Lust im freien zu Tänzen;
verbirgt sich das Tierchen  bis Johanni (24.) und länger,
wird´s Wetter einstweilen nicht warm und nicht heiter.
 
Vor Johannes bitt um Regen,
nachher kommt er ungelegen.
 
Das Wetter am Siebenschläfertag (27.),
sieben Wochen bleiben mag.
 
Regnets am Tag von Peter und Paul (29.),
steht es mit dem Wetter faul.
Es drohen dreißig Regentage,
da nützet nun mal keine Klage.
 
verworfene Tage Juni 17.und 30.
 
Was sind verworfene Tage?

Die verworfenen oder Schwendtage stammen aus der Römerzeit und gelten bis heute als äußerst ungünstig für alle Arten von Unternehmungen. An solchen Tagen sollte man weder auf Reisen gehen noch etwas Neues beginnen ( bis heute spricht man davon eine "Idee zu verwerfen"! ), völlig gleichgültig, ob es sich dabei um eine Arbeit auf dem Hof, im Haus oder auf dem Feld handelt. Es wurde sogar von Arztbesuchen, wenn nicht unbedingt erforderlich, abgeraten. Einen Aderlass beim Dorfbader an einem Schwendtag durchführen zu lassen, kam fast, auch wenn diese Unglückstage heidnischen Ursprungs sind, einer Gotteslästerung gleich.
Ihren unglückseligen Namen verdanken die verworfenen Tage einem traurigen Ereignis im bäuerlichen Viehstall:
Unter Verwerfen verstand man nämlich damals wie heute das vorzeitige Ausstoßen der nicht lebensfähigen Leibesfrucht bei Haustieren, sprich: eine Fehlgeburt bei Kuh, Schaf oder Schwein. Diese wurde meist ausgelöst durch Infektionen, Seuchen oder Vergiftungen und war oft Ausgangspunkt für große Verluste unter dem Viehbestand. Ein Umstand, der für den Bauern existenzbedrohend sein konnte. Kein Wunder also, dass selbst die alten Römer, die die verworfenen Tage "dies atri" nannten, hier lieber keinen Finger rührten.