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November 2025
Der 100-jährige Kalender
In den Jahren 1652 bis 1658 beobachtete Mauritius Knauer tagtäglich das Wetter.
Keine astronomische, klimatische oder atmosphärische Erscheinung entging ihm.
Irgendwann erkannte der Abt, dass er sein Wissen vielen Menschen zugänglich
machen musste.
Knauer nannte seine Schrift "Galendarjum Oeconomicum Practicum Perpetuum". Er
glaubte, dass sieben Beobachtungsjahre für eine dauerhafte Wettervorhersage
ausreichten, da sich nach seinen astrometeorologischen Ansichten die
Witterungsabläufe entsprechend der "Planetenfolge"
Saturn (2000/01), Jupiter (2001/02), Mars (2002/03) , Sonne (2003/04) ,
Venus (2004/05), Merkur (2005/06), Mond (2006/07), wiederholten. Bei Mauritius
Knauers Niederschrift beginnt ein Jahr am
21. März und endet am 20. März des folgenden Jahres.
Natürlich ist das Wetter nicht so leicht vorher zu sagen!
Macht man sich die kleine aber unterhaltsame Mühe den tatsächlichen
Wetterverlauf mit der "immergültigen" Vorhersage des 100-jährigen Kalenders zu
vergleichen, wird man schnell den recht geringen Wahrheitsgehalt der
Schrift erkennen.
Vorhersage nach 100-jährigem Kalender für den November 2025
1. bis 5. trüb
mit rauhen Winden. -
6. und 7. schöne Tage. - 8. bis 10. fällt
Regenwetter ein. - 11. den ganzen Tag Schneefälle. - 12. bis 16. Regen und
Schneefälle. - 17. bis zum Ende hart gefroren, fast täglich etwas Schnee. Sehr
kalt, der Schnee bleibt bis Weihnachten liegen.
verworfene Tage November 12.
Die verworfenen
oder Schwendtage stammen aus der Römerzeit und gelten bis heute als äußerst
ungünstig für alle Arten von Unternehmungen. An solchen Tagen sollte man weder
auf Reisen gehen noch etwas Neues beginnen ( bis heute spricht man davon eine
"Idee zu verwerfen"! ), völlig gleichgültig, ob es sich dabei um
eine Arbeit auf dem Hof, im Haus oder auf dem Feld handelt. Es wurde sogar von
Arztbesuchen, wenn nicht unbedingt erforderlich, abgeraten. Einen Aderlass beim
Dorfbader an einem Schwendtag durchführen zu lassen, kam fast, auch wenn diese
Unglückstage heidnischen Ursprungs sind, einer Gotteslästerung gleich.
Ihren unglückseligen Namen verdanken die verworfenen Tage einem
traurigen Ereignis im bäuerlichen Viehstall:
Unter Verwerfen verstand man nämlich damals wie heute das
vorzeitige Ausstoßen der nicht lebensfähigen Leibesfrucht bei Haustieren,
sprich: eine Fehlgeburt bei Kuh, Schaf oder Schwein. Diese wurde meist
ausgelöst durch Infektionen, Seuchen oder Vergiftungen und war oft
Ausgangspunkt für große Verluste unter dem Viehbestand. Ein Umstand, der für
den Bauern existenzbedrohend sein konnte. Kein Wunder also, dass selbst die
alten Römer, die die verworfenen Tage "dies atri" nannten, hier
lieber keinen Finger rührten.